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Szenische Lesung „Heimatsehnen“ und Gespräch mit Julia Raab zur Grenzschließung 1952 | 3. Juli 2022, 11 Uhr

Infolge der staatlich angeordneten Zwangsaussiedlungen aus dem DDR-Sperrgebiet 1952 wurden tausende Menschen ihrer Heimat beraubt. Im Rahmen der „Aktion Ungeziefer“ und „Aktion Grenze“ ließ die kommunistische Staatsführung als politisch unzuverlässig kriminalisierte Menschen in das Innere der DDR deportieren. Diesen Ereignissen geht die Hallenser Figurenspielerin Julia Raab im Rahmen eines Arbeitsstipendiums nach. Gemeinsam mit der Dramaturgin Sandra Bringer recherchierte sie Zeitzeug:innen und historische Dokumente. In der für die Lesung zusammengestellten Auswahl von Texten führt sie durch das Erleben der ersten Aussiedlungswelle. Dabei geht sie den Fragen nach: Was nimmt man mit, wenn nur 24 Stunden bleiben, um sein Leben umzusiedeln? Was geht in einem Menschen vor, der so eine Nachricht erhält? Wie schwer muss diese Sehnsucht nach dem zwanghaft verlassenen Ort sein? Was bleibt von der Heimat?

Die 30-minütige Lesung mit Objekt- und Figurenspiel wurde musikalisch begleitet von Pianist Alexander Hohaus. Für die Dramaturgie ist Sandra Bringer verantwortlich.

Im Anschluss an die Lesung sprach Gedenkstättenleiterin Dr. Susan Frisch mit der Künstlerin, der Dramaturgin und dem Zeitzeugen Dr. Gerhard Muth über die Zwangsaussiedlungen und die Bedeutung der Grenzschließung für die Menschen in der DDR.

Die Recherche für die szenische Lesung fand im Rahmen des Residenzstipendiums des Fonds Darstellende Künste e.V. und dem Netzwerk Freie Theater mit dem Partnertheater WUK Theater Quartier statt.

 

 

Premierenmatinee zum Motion Comic „Grenzübertritte“ | 26. Juni 2022, um 11 Uhr in Helmstedt

Im Projekt „MoCom – Motion Comics als Erinnerungsarbeit“ gestalten Jugendliche animierte und vertonte Kurzgeschichten, sogenannte Motion Comics. Sie ermöglichen, Geschichte(n) der deutschen Teilung aus neuen Perspektiven heraus zu vermitteln. Die Teilnehmenden – junge Menschen mit und ohne Migrationsbiographie – recherchieren zum DDR-Grenzregime und sprechen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Sie bringen die gesammelten Erinnerungen, ihre eigenen Erfahrungen, Emotionen und Ideen für die Motion Comics ein. Dabei erhalten sie Unterstützung durch Experten und Expertinnen sowie Künstlerinnen und Künstler.

Im Laufe des Projektzeitraumes werden vier Motion Comics zu den Themenschwerpunkten „Grenzübertritte“, „Flucht und Ausreise“, „Geteilte Geschichte(n)“ und „Ankommen in der Fremde“ erarbeitet.

Den ersten Motion Comic können Sie hier sehen: https://www.youtube.com/watch?v=URueqZ8hB34

Er verflechtet die Schicksale zweier Menschen an der innerdeutschen Grenze.

Zur Premiere des Comics standen die Macherinnen und Macher Rede und Antwort. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: Was ist MoCom? (mocom-memories.de)

Das Projekt wird finanziert durch das Bundesprogramm „Jugend erinnert“.

 

 

„Der Osten vom Westen: Das Zonenrandgebiet entlang der innerdeutschen Grenze“ | 16. Juni 2022, um 17 Uhr

Als das DDR-Regime am 26. Mai 1952 die innerdeutsche Grenze abriegelte, wurde die niedersächsische Stadt Helmstedt von einem Tag auf den anderen von ihren gewachsenen Beziehungen in die Magdeburger Börde abgeschnitten. Helmstedt war aus der Mitte des Landes ins „Zonenrandgebiet“ gefallen. So erging es hunderten Ortschaften im Osten der Bundesrepublik.
In ihrem Vortrag arbeitet Astrid M. Eckert (Professorin an der Emory University, USA) die Folgen der Grenzschließung und die Umstände heraus, die zur Entstehung des westdeutschen „Zonenrandgebietes“ führten. Darüber hinaus blickt sie auf dessen Bedeutung für die bundesdeutsche Geschichte. Als räumliche Einheit war das Zonenrandgebiet aufs Engste mit der alten Bundesrepublik verbunden: Es entstand mit der Teilung und verschwand mit der Wiedervereinigung.
Der Eintritt ist kostenfrei.

Länderübergreifender Schülerprojekttag | 13. Juni 2022

Schülerinnen und Schüler aus Sachsen-Anhalt und Niedersachen erkundeten am Grenzdenkmal Hötensleben und in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn die Geschichte der deutschen Teilung.
Am 13. Juni erlebten rund 200 Schülerinnen und Schüler aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen beim länderübergreifenden Schülerprojekttag gemeinsam am Grenzdenkmal Hötensleben und in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn die Geschichte der deutschen Teilung. In diesem Jahr stand das Projekt anlässlich des 70. Jahrestages der Abriegelung der innerdeutschen Grenze am 26. Mai 1952 unter dem Motto „Trauma Grenzschließung 1952 – Abriegelung, Zwangsaussiedlung, Flucht“.


Dabei erkundeten die Jugendlichen in kleinen Gruppen eigenständig das Gelände des Grenzdenkmals Hötensleben und der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn und sprachen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über die Abriegelung der Grenze und die Folgen der deutschen Teilung für Ost und West.

Die Ministerin für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, Eva Feußner, begrüßte die Schülerinnen und Schüler. „Dieser Projekttag ermöglicht jungen Menschen aus zwei Bundesländern die hautnahe Berührung mit der jüngeren deutschen Geschichte und sie lernen dank der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Dinge, die sie selbst nicht erlebt haben und die sie nur aus Lehrbüchern allein nie erfahren könnten“, würdigte Sachsen-Anhalts Bildungsministerin Eva Feußner.

Die Staatssekretärin des niedersächsischen Kultusministeriums, Gaby Willamowius, schickte den Jugendlichen ihre Grüße: „Ich wünsche euch, dass ihr durch den heutigen Besuch der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn viele Eindrücke mitnehmt, um euch nicht nur im Unterricht, sondern vielleicht auch mit der Familie oder mit Freundinnen und Freunden darüber auszutauschen und Lehren aus den Ereignissen der Vergangenheit zu ziehen. Das wäre ein Lernen für die Gegenwart und Zukunft im besten Sinne.“


„Wir sind sehr dankbar, dass wir so viele Menschen aus der Region gewinnen konnten, den Schülerinnen und Schülern aus ihrem persönlichen Erleben heraus vom Leben an und mit der Grenze zu erzählen. Die Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen vermitteln einen direkten Zugang zu den Folgen der Grenzschließung und den Auswirkungen der Teilung für individuelle Lebenswege. Das ist eine enorme Bereicherung für unsere Bildungsarbeit und ein nachhaltiges Erlebnis für die jungen Menschen.“, erklärt Dr. Susan Frisch, die Leiterin der Gedenkstätte.


Der länderübergreifende Schülerprojekttag fand nach zwei Jahren Pause aufgrund der Covid-19-Pandemie nunmehr zum 11. Mal statt. Es handelt sich dabei um ein bewährtes Kooperationsprojekt des Niedersächsischen Kultusministeriums, des Ministeriums für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt und der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt. In diesem Jahr nahmen das Norbertus-Gymnasium Magdeburg, das Gaußschule Gymnasium am Löwenwall, Braunschweig und die Eichendorff-Schule Wolfsburg am länderübergreifenden Schülerprojekttag teil.

Vortrag und Gespräch „Reise durch Feindesland? Der Transit als deutsch-deutscher Erfahrungsraum“ | 2. Juni 2022, um 17 Uhr

Das Transitabkommen zwischen der Bundesrepublik und der DDR erleichterte ab dem 3. Juni 1972 für viele Westdeutsche die Durchreise von und nach West-Berlin über das Territorium der DDR. Es sorgte für eine zeitsparende Abfertigung an den Grenzübergängen und legte zugleich strenge Richtlinien für die Nutzung der Transitstrecken fest.
Auf diese Weise wurde der Transit für Millionen von Frauen, Männern und Kindern über beinahe zwei Jahrzehnte hinweg zu einem eigenen Erfahrungsraum: Die Geschichten von den Passkontrollen an DDR-Grenzübergangsstellen wie Marienborn oder Hirschberg, von holprigen DDR-Autobahnen und übergenauen Volkspolizisten bei Tempokontrollen gruben sich in das Gedächtnis vieler Westdeutscher. Zugleich prägte der Durchreiseverkehr auch das Leben der Ostdeutschen. Rasthöfe wurden zu Treffpunkten mit Verwandten, zu Schau-Plätzen und Schaufenstern der Lebensweise des Westens.
Der 50. Jahrestag des Inkrafttretens des Abkommens soll als Anlass dienen, das Reisen durch „Feindesland“ zu thematisieren und zu fragen, wie der Systemkonflikt die jeweiligen Wahrnehmungsweisen prägte. Was bedeutete der Transit für westliche Reisende und was für Anwohner:innen? Darüber sprechen die Historikerin Dr. Franziska Kuschel von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der ZDF-Journalist und Transitreisende Christhard Läpple sowie der Autor und Poetry Slammer Micha Ebeling, der in einem Ort an der Transitstrecke bei Magdeburg aufwuchs. Moderiert wird das Gespräch von Dr. Susan Frisch, Leiterin der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn.
Der Eintritt ist kostenfrei.

Gedenkstunde für die Opfer des DDR-Grenzregimes | 26. Mai 2022, um 11 Uhr am Grenzdenkmal Hötensleben

Das öffentliche Gedenken an die Grenzschließung 1952 und die Zwangsaussiedlungen aus dem Sperrgebiet der DDR ist – anders als der Bau der Berliner Mauer 1961 – kaum ausgeprägt.

Anlässlich des 70. Jahrestages der Abriegelung der innerdeutschen Grenze am 26. Mai 1952 laden die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt/Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn, der Grenzdenkmalverein Hötensleben e.V. und der Helmstedter Verein Grenzenlos – Wege zum Nachbarn e.V. zur Gedenkstunde am Grenzdenkmal Hötensleben ein.


Um Anmeldung zur Gedenkstunde wird gebeten.

Veranstaltungsort: Grenzdenkmal Hötensleben