Grenzdenkmal Hötensleben

Grenzdenkmal Hötensleben
Grenzdenkmal Hötensleben

Das Grenzdenkmal Hötensleben dokumentiert den Zustand der bis 1989 systematisch ausgebauten DDR-Grenzsperranlagen vor Ortschaften, die direkt an der innerdeutschen Grenze lagen. Der auf einer Länge von 350 Metern erhaltene „Schutzstreifen“ aus Mauern, Metallgitterzäunen, Signaldrähten, Minenfeldern und Wachtürmen steht seit 1990 unter Denkmalschutz. Die historische Anlage gilt als das weitaus am besten und umfassendsten erhaltene Zeugnis der DDR-Grenzbefestigung an der "Staatsgrenze West".

Obwohl fast alle Grenzzäune und -mauern nach der friedlichen Revolution 1989 und der deutschen Einheit 1990 abgerissen wurden,
gelang es engagierten Bürgern aus dem Ort Hötensleben, den heutigen Denkmalbereich zu bewahren. Seit dem Jahr 2004 gehört das Grenzdenkmal Hötensleben zur
                                                                                                                Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn.

 

 

Auf dem frei zugänglichen Gelände können die nahezu unüberwindlich gemachten Sperranlagen besichtigt werden, mit denen die DDR-Staatsführung sich vom Westen abschottete, die Menschen im eigenen Land einsperrte und ihnen den Zugang zum „feindlichen Ausland“ verwehrte.

 

Das Grenzdenkmal Hötensleben ist ganzjährig begehbar. Führungen können über die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn angemeldet werden.

Gedenkveranstaltung zum 66. Jahrestag des Ausbaus des DDR-Grenzregimes und des Beginns der Zwangsaussiedlungen aus dem Sperrgebiet am 26.05.18, 11:00 Uhr

Blumenkranz von der Gedenkveranstaltung im letzten Jahr
Blumenkranz von der Gedenkveranstaltung im letzten Jahr

gemeinsam mit dem Grenzdenkmalverein Hötensleben e.V. und dem Verein Grenzenlos – Wege zum Nachbarn e.V. erinnern wir jährlich am 26. Mai an die Grenzabriegelung und den Beginn der Zwangsaussiedlungen aus dem Sperrgebiet der DDR ab dem 26. Mai 1952. In der bundesweit einzigen Gedenkstunde zu diesem Jahrestag würdigen wir all jene Menschen, die durch das DDR-Grenzregime ihre Heimat verloren, Leid und Unrecht erfuhren oder getötet wurden.

Anlässlich des 66. Jahrestages dieser historischen Zäsur der deutschen Teilungsgeschichte, möchten wir Sie herzlich einladen zur Gedenkstunde

am Samstag, dem 26. Mai 2018, um 11 Uhr

am Grenzdenkmal Hötensleben, Schöninger Str., 39393 Hötensleben

Die Gedenkrede hält in diesem Jahr der Ehrenbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Schöningen, Siegfried E. Pause.

Wir würden uns außerordentlich freuen, Sie bei der öffentlichen Gedenkveranstaltung begrüßen zu dürfen.

Das Programm zur Gedenkstunde finden Sie hier.

 

 

 

Das Projekt:

Im Jahr 2009 entstand die Idee zu dem hier vorgestellten Projekt mit dem Ziel eine westliche Perspektive auf die innerdeutsche Grenze zu ermöglichen. Besucherinnen und Besuchern soll dargestellt werden, wie die Bevölkerung im Zonenrand, in direkter Grenzlage mit der Grenze gelebt hat bzw. sich mit ihr arrangiert hat.

Der Ort Offleben liegt im östlichen Teil des Landkreises Helmstedt und direkt an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. Durch verschiedene Stationen wird beispielhaft die Situation der Bevölkerung während der Schließung der Grenze in Offleben (1952-1989) dargestellt.

Im Jahr 2011 begann in Zusammenarbeit mit dem Grenzdenkmalverein Hötensleben die völlige Überarbeitung der bisherigen Tafeln, um diese ansehnlicher zu machen und sie in Zusammenhang mit dem Grenzdenkmal in Hötensleben zu bringen.

Die besondere Lage beider Dörfer (Offleben und Hötensleben) ermöglicht es zwei Sichtweisen, eine westliche und eine östliche auf die ehemalige innerdeutsche Grenze, einzunehmen. Die GWO und das Grenzdenkmal in Hötensleben sind durch den Kolonnenweg (circa 2km Fußweg) miteinander verbunden und können nacheinander erkundet werden.

Während in Hötensleben nahezu die gesamte Grenzanlage im Original erhalten ist, existiert in Offleben lediglich noch der sog. Kolonnenweg. Aus diesem Grund wird – besonders während geführter Wanderungen – anhand von Zeitzeugenberichten, Photographien und den bereitgestellten fünf Stationen das Leben der Offlebener mit der Grenze beleuchtet.

 

Die Stationen:

An der evangelisch-lutherischen Kirche (Kirchstraße 3, 38372 Büddenstedt, OT Offleben) beginnt die GWO mit ihrer ersten Station. Hier werden vor allem die Nachkriegszeit und die Grenzziehung beleuchtet. Insbesondere der Verlauf der Grenze (zu dieser Zeit noch Demarkationslinie genannt) sorgte in Offleben für große Aufregung und Verunsicherung der Bevölkerung.

Im Anschluss daran führt der Weg zum östlichen Teil des Dorfes. Hierbei passiert man einen Bahndamm, welcher bis zum Jahr 1945 Braunschweig mit Magdeburg und Offleben mit Völpke verband. Viele Reisende (Grenzgänger) fuhren nach der Sperrung der Strecke bis zum Bahnhof Völpke, um im Anschluss zu Fuß, den Bahngleisen folgend, die Demarkationslinie zu überschreiten. Im Anschluss daran konnten sie ihre Reise am Bahnhof Offleben mit dem Zug fortsetzen. Nach einem kurzen Fußweg erscheint hinter dem Ort der Kolonnenweg. Auf einer Erhöhung (Tusculum genannt) befindet sich die zweite Station, welche sich mit dem Grenzausbau der 1960er Jahre beschäftigt. An dieser Station wird die extreme Sicherung der innerdeutschen Grenze durch die DDR sehr deutlich.

Nachdem die Erhöhung hinter einem liegt, ist in einer Senke – die bis 1989 gesperrte – Kreisstraße zwischen Offleben und Barneberg zu sehen, diese kreuzt man und folgt dem Kolonnenweg bis zur dritten Station der Grenzwanderung. Hier wird auf Fluchten bei Offleben eingegangen – besonders auf die Reaktionen der Bevölkerung auf misslungene und auch gelungene Fluchten.

Die vierte Station der GWO befindet sich am Ortsausgang Offlebens in Richtung Barneberg. An dieser Stelle werden die Schließung der Grenze und die Öffnung derselben thematisiert, wobei auch der stetige Ausbau der Grenzsicherung Berücksichtigung findet.

Den Abschluss bildet, dem Fußweg ins Innere des Ortes folgend, die fünfte Station vor dem Dorfgemeinschaftshaus. Der Grenztourismus oder auch „Gruseltourismus" sowie die Aktivität des Kuratoriums Unteilbares Deutschland sind an dieser Station Thema. So werden hier die Informationstätigkeit des Ortskuratoriums und der Weihnachtsbasar beleuchtet.

Nach dem Rundgang in Offleben ist es empfehlenswert das Grenzdenkmal in Hötensleben zu besuchen. Dies kann mit dem PKW aber auch zu Fuß geschehen. Der hinter dem Dorf liegende Kolonnenweg führt direkt zum circa 2km entfernten Grenzdenkmal Hötensleben (siehe Hinweis bei Station 3).

 

Führungen:

Das Erkunden und Begehen der Grenzwanderung Offleben erfolgt auf eigene Gefahr, da Wege eventuell durch Schlamm und Steine verschmutzt sein können.

Eine geführte Wanderung wird empfohlen. Die Führungen sind grundsätzlich kostenfrei – eine Spende wird gerne entgegengenommen.

Führungen können unter der Telefonummer 05352/6253 (Pfarramt Offleben) oder direkt beim Grenzdenkmalverein Hötensleben unter 039405/50660 angemeldet werden.

 

Förderung:

Die Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatsicherheitsdienstes in Sachsen-Anhalt

Landesaufnahmebehörde Niedersachsen – Standort Grenzdurchgangslager Friedland

Klaus Domeier GmbH, Offleben

Ev.-luth. Kirchengemeinde Offleben

Gemeinde Büddenstedt

Jan-Hendrik Prüße

Grenzdenkmalverein Hötensleben e.V.

Ansprechpartner für die Grenzwanderung Offleben

jan.pruesse(at)yahoo.de