Zur Geschichte der Gedenkstätte

Gelände der Gedenkstätte
Blick auf die ehemalige Zollkontrolle

Seit Juli 1990 steht die ehemalige GÜSt Marienborn unter Denkmalschutz. Nachdem das Kontrollareal zunächst dem Verfall und Vandalismus preisgegeben war, beschloss das Land Sachsen-Anhalt 1994, auf einem Teil des 30 Hektar großen Geländes eine Gedenkstätte zu errichten. Während die Bereiche des Ausreiseverkehrs und das Servicegebäude abgerissen wurden, um einer Tank- und Rastanlage Platz zu machen, konnten die wesentlichen Gebäude und Außenräumstrukturen im Bereich der Einreise sowie zentrale Funktionseinheiten erhalten und denkmalgerecht saniert werden. Die Eröffnung der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn erfolgte am 13. August 1996.

Auf dem weitläufigen ehemaligen Kontrollareal können die historischen Abfertigungsbereiche für die in die DDR einreisenden Pkw und Lkw, der Zollbereich sowie die Wechselstube der DDR-Staatsbank und der Kommandantenturm der Grenztruppen besichtigt werden.

Im ehemaligen Dienstgebäude befindet sich die Dauerausstellung „Die Grenzübergangsstelle Marienborn: Bollwerk, Nadelöhr, Seismograph“, Räume für Sonderausstellungen sowie Veranstaltungs- und Seminarbereiche.

Zur Gedenkstätte gehören zudem weitere historische Funktionsgebäude wie das Heizhaus, die Trafostation, die Veterinärkontrolle und ein Garagenkomplex.

Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn ist ein national und europäisch bedeutsamer Ort des Erinnerns und des Gedenkens an das Grenzregime der SBZ/DDR von 1945 bis 1989 und dessen Auswirkungen. Sie hat sich zu einem überregional wahrgenommenen Ort der Information und der Aufarbeitung, der Bildung und der Begegnung entwickelt. Als wichtiger außerschulischer Lernort bietet die Gedenkstätte zahlreiche pädagogische Veranstaltungen an.

Zwischen 150.000 und 170.000 Menschen besuchen jährlich den historischen Ort.

Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn befindet sich in Trägerschaft der landeseigenen Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt. Sie ist aufgenommen in die Gedenkstättenkonzeption des Bundes und wird durch die Beauftragte des Bundes für Kultur und Medien gefördert. 2011 wurde die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn im Verbund des Netzwerks Eiserner Vorhang mit dem Europäischen Kulturerbesiegel ausgezeichnet.

Gelände der Gedenkstätte
Blick auf das ehemalige Wachhäuschen im Vordergrund und das Gelände der Gedenkstätte