Veranstaltungsrückblick

Wechselausstellung „Mauern-Gitter-Stacheldraht". Politische Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR vom 14. August - 24. September 2018 täglich von 10:00 Uhr - 17:00 Uhr

Plakat Mauern-Gitter-Stacheldraht

Die Repressionen in SBZ und DDR zwischen 1945 und 1990 waren vielseitig. Kritik und Widerspruch wertete das Regime als Angriff gegen die herrschende Partei und die sowjetische Besatzungsmacht. Zu Leidtragenden wurden meist junge Menschen, die wegen ihrer Einstellung oder Lebensweise in Konflikt mit dem Staat gerieten. Die Ausstellung „Mauern-Gitter-Stacheldraht. Politische Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR“ gibt ihnen ein Gesicht. Sie erzählt von den Schicksalen deportierter Frauen und Mädchen, von Internierten in deutschen und osteuropäischen „Speziallagern". Weiterhin wird von politischen Häftlingen in DDR-Zuchthäusern, von an der innerdeutschen Grenze Zwangsausgesiedelten und von den durch die DDR-Staatssicherheit Verfolgten und Inhaftierten berichtet.

Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn zeigt vom 14. August bis zum 23. September 2018 die Wanderausstellung der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V.(UOKG e.V.), deren Erarbeitung mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert wurde, in ihrem Wechselausstellungsbereich. Die Eröffnung von „Mauern-Gitter-Stacheldraht. Politische Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR“ findet aus Anlass des 57. Jahrestages des Baus der Berliner Mauer am Montag, dem 13. August 2018, um 17:00 Uhr statt. Einer der ehemaligen Häftlinge, Alexander W. Bauersfeld (Hannover), führt dabei in die Ausstellung ein.

Die Präsentation der Ausstellung erfolgt in Kooperation mit der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn und der UOKG e.V.. Der Eintritt ist frei. 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Einladung zur Präsentation der App „Wanderwege im Naturpark Elm-Lappwald“ am Donnerstag, 20. September 2018 14:00 Uhr

Thomas Kempernolte

Ein weiterer Meilenstein zur Verbesserung der Infrastruktur für Freizeit- und Erholungssuchende in unserer Region ist gesetzt: Die App mit sämtlichen Wanderwegen im Gebiet des Elm und Lappwaldes steht zum Download bereit! In unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit haben Viola und Christian Vorbrod sowie Thomas Kempernolte das fast 900 km lange Wanderwegnetz in den Landkreisen Helmstedt, Wolfenbüttel und Börde abgewandert, digitalisiert und dokumentiert. Insgesamt sind 97 Wanderwege erfasst und mit der App abrufbar.

Neben der aktuellen App gibt es ein Tourbuch der 25 schönsten Wanderungen im Naturpark Elm-Lappwald.

Die aktuelle App, das Tourbuch und ausgewählte Tourbeschreibungen des Wanderwegenetzes im Naturpark Elm-Lappwald möchten wir Ihnen gern vorstellen und im Anschluss daran Ihre Fragen beantworten.

Es gibt wohl kaum einen besseren Ort als die Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn, um die Ergebnisse der Zusammenarbeit dreier Landkreise zu präsentieren. Als Ausgangspunkt mehrerer Wanderrouten ist die Gedenkstätte für uns nicht nur ein besonderer historischer Ort, sondern vor allem Startpunkt für grenzenübergreifende Begegnungen und Erkundungstouren in die Region.

Wir freuen uns auf einen interessanten Nachmittag mit Ihnen und dem Team von Elm-Freizeit!

Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn - Einladung zum Vortrag und Zeitzeugengespräch „Vermessung einer politischen Konfliktlinie“ Die deutsch-deutsche Grenzkommission 1973-90 am Donnerstag, 13. September 2018, 17:00 Uhr

Ab 1973 ließ die deutsch-deutsche Grenzkommission, zusammengesetzt aus Vertretern der beiden deutschen Staaten, die Grenze von der Lübecker Bucht bis nach Hof vermessen. Der Grenzverlauf wurde in mühevoller Kleinarbeit markiert und dokumentiert. Die völlig konträren politischen Ziele und Rechtsauffassungen von Bundesrepublik und DDR trafen dabei aufeinander. Während auf westlicher Seite die Arbeit der Kommission in die Entspannungspolitik von „Wandel durch Annäherung“ eingebunden war, wollte die DDR ihrer „Staatsgrenze“ völkerrechtlichen Charakter verleihen. Neben der Grenzmarkierung wurden auch zahlreiche praktische Probleme „im Zusammenhang mit dem Grenzverlauf“ gelöst, vor allem wasserwirtschaftliche, wie die Eckertalsperre im Harz.

Dr. Peter Füßlein, damals als Regierungsdirektor im Bundesinnenministerium an der Kommissionsarbeit beteiligt, wird in einem Vortrag einen Rückblick auf Zustandekommen, Arbeitsweise und Ergebnisse der deutsch-deutschen Grenzkommission geben. Er geht auf das Verhältnis beider deutscher Staaten in den 1970er-Jahren sowie auf die damit verbundenen Kontroversen zwischen Bundesregierung und Opposition ein. Der Vortrag mündet in ein Zeitzeugengespräch mit Dr. Peter Füßlein sowie dem Vermessungsingenieur Joachim Traumann, von 1973 bis 1976 Messtruppführer für die örtlichen Arbeiten zwischen dem Mittellandkanal und der Straße Jerxheim/Dedeleben.

Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Veranstaltungshinweis und Einladung zum Tag des offenen Denkmals 2018

Gedenkstätte Marienborn

Am Sonntag, dem 9. September 2018, wird bundesweit unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ der Tag des offenen Denkmals begangen. Daran beteiligt sich auch die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn. Um 10:30, 12:30 und 14:30 Uhr werden öffentliche Rundgänge über das Gedenkstättengelände angeboten. Am Grenzdenkmal Hötensleben, das die Grenzbefestigungsanlagen der DDR im Zustand von 1989 dokumentiert, finden um 11:00 und um 15:00 Uhr öffentliche Rundgänge statt.


Um 13:30 Uhr bietet die Gedenkstätte außerdem eine besondere Führung an. Unter dem Titel „Wer ist der Feind?“ - Die „Befahndung und Filtrierung“ von Reisenden durch Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR wird der Politikwissenschaftler und Gedenkstättenmitarbeiter Sven Behrend interessierte Besucherinnen und Besucher über das Gedenkstättengelände führen. Die Klärung der Frage „Wer ist wer?“ war für Stasi-Chef Erich Mielke von zentraler Bedeutung für die Geheimdienstarbeit.

Insbesondere an den Grenzübergangsstellen der DDR zur Bundesrepublik sah die SED ihre Macht in Gefahr und ließ die Stasi tätig werden. Diese fahndete einerseits unter den Reisenden nach Feinden, zum anderen suchte sie die eigenen Reihen nach „schwankenden Elementen und Verrätern“ ab. Im Rahmen der 90-minütigen Führung durch die historischen Gebäude der Passkontrolleinheiten und des Zolls werden die Fahndungsmaßnahmen der Staatssicherheit auf dem ehemaligen Grenzübergang erläutert.

Der Eintritt sowie die Teilnahme an den Rundgängen sind frei.

Ausstellungseröffnung und Matinee „Gino Kuhn – Die Farben von Freiheit und Unfreiheit “ vom 17. Juni bis zum 5. August 2018

Plakat: Gedenkstätte Marienborn

Zeit:     17. Juni 2018 - 5. August 2018

Ort:      Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

Gino Kuhn, geboren 1955 in Walldürn (Baden-Württemberg), ist Hochbauzeichner und Künstler. Nach Schule, Berufsfachschule und einer Ausbildung zum Fernmeldehandwerker zog er 1975 nach West-Berlin. Durch den Alltag an und mit der Berliner Mauer direkt mit der deutschen Teilung konfrontiert, nahm Gino Kuhn Kontakt zu einer Fluchthelferorganisation auf. Für diese war er als Kurier tätig und half ausreisewilligen DDR-Bürgern bei der Fluchtvorbereitung.

Am 23. Oktober 1975 machte Kuhn selbst seine erste Fahrt als Fluchthelfer. Durch Verrat wurden er und die drei im Kofferraum versteckten Personen am Grenzübergang Wartha - Herleshausen verhaftet. Nach der Untersuchungshaft in Cottbus und Berlin-Hohenschönhausen verurteilte ihn das Bezirksgericht Cottbus im April 1976 wegen „Staatsfeindlichen Menschenhandels” zu sechs Jahren Haft. Nach dem er knapp zwei Jahren im Gefängnis Berlin-Rummelsburg inhaftiert war, wurde Gino Kuhn von der Bundesrepublik freigekauft und Anfang 1978 aus der Haft entlassen. Im Jahr 1992 rehabilitierte ihn das Bezirksgericht Cottbus voll.

In Bildern und Zeichnungen, die bereits in mehreren Ausstellungen gezeigt wurden, verarbeitet Gino Kuhn seine Hafterlebnisse. „Meine Gemälde und Zeichnungen sollen ein Mahnmal sein und widerspiegeln, welchen entwürdigenden Haftbedingungen wir ausgesetzt waren“. Mit seinen Ausstellungen möchte Gino Kuhn ein Beitrag zur Aufklärung leisten und zum gegenseitigen Respekt und zur Toleranz aufrufen, getragen von der Hoffnung, „dass so etwas allen Menschen dieser Welt erspart bleibt.”

Nach einer Einführung in die Ausstellung und einem Künstlergespräch mit Gino Kuhn laden wir Sie zu einem kleinen Empfang ein. Die Veranstaltung wird durch den Musiker und ehemaligen politischen Häftling Detlef Jablonski (Gitarre und Gesang) musikalisch begleitet.

Die Ausstellungseröffnung mit Matinee findet am 17. Juni 2018 aus Anlass des 65. Jahrestages des Volksaufstandes in der DDR im Jahr 1953 statt. Der Eintritt ist frei.

„Gino Kuhn – Die Farben von Freiheit und Unfreiheit “ wird vom 17. Juni bis zum 5. August 2018 in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn gezeigt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Fotoausstellung „VOLL DER OSTEN – Leben in der DDR“ von Harald Hauswald und Stefan Wolle

Voll der Osten

Zeit:     23. April 2018 - 10. Juni 2018

Ort:      Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

In den achtziger Jahren zog der Fotograf Harald Hauswald durch Ost-Berlin und hielt in seinen Bildern fest, was ihm vor die Linse kam. Er knipste, was andere Fotografen übersahen oder für uninteressant hielten: Kleine Szenen des Alltags, einsame und alte Menschen, verliebte junge Pärchen, Rocker, Hooligans und junge Leute, die sich in der Kirche für Frieden und Umweltschutz einsetzten. Die Fotoausstellung von Harald Hauswald mit Texten von Dr. Stefan Wolle wurde herausgegeben von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der OSTKREUZ Agentur der Fotografen.

Die Matinee und Ausstellungseröffnung findet in Anwesenheit von Harald Hauswald und Dr. Stefan Wolle statt. Es wird Live-Musik sowie ein kleines gastronomisches Angebot geben.

Der Eintritt ist frei.

Die Fotoausstellung VOLL DER OSTEN – Leben in der DDR wird vom 23. April bis zum 10. Juni 2018 in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn gezeigt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Gedenkveranstaltung zum 66. Jahrestag des Ausbaus des DDR-Grenzregimes und des Beginns der Zwangsaussiedlungen aus dem Sperrgebiet am 26.05.18, 11:00 Uhr

Blumenkranz der Gedenkveranstaltung im Jahr 2016
Blumenkranz der Gedenkveranstaltung im Jahr 2016

gemeinsam mit dem Grenzdenkmalverein Hötensleben e.V. und dem Verein Grenzenlos – Wege zum Nachbarn e.V. erinnern wir jährlich am 26. Mai an die Grenzabriegelung und den Beginn der Zwangsaussiedlungen aus dem Sperrgebiet der DDR ab dem 26. Mai 1952. In der bundesweit einzigen Gedenkstunde zu diesem Jahrestag würdigen wir all jene Menschen, die durch das DDR-Grenzregime ihre Heimat verloren, Leid und Unrecht erfuhren oder getötet wurden.

Anlässlich des 66. Jahrestages dieser historischen Zäsur der deutschen Teilungsgeschichte, möchten wir Sie herzlich einladen zur Gedenkstunde

am Samstag, dem 26. Mai 2018, um 11 Uhr

am Grenzdenkmal Hötensleben, Schöninger Str., 39393 Hötensleben

Die Gedenkrede hält in diesem Jahr der Ehrenbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Schöningen, Siegfried E. Pause.

Wir würden uns außerordentlich freuen, Sie bei der öffentlichen Gedenkveranstaltung begrüßen zu dürfen.

Das Programm zur Gedenkstunde finden Sie hier.

 

 

 

Kunst- und Naturschutzprojekt GlasArche 3 vom 04.02. bis 15. April 2018

Foto: Privat

Vom 4. Februar bis 15. April 2018 macht das Kunst- und Naturschutzprojekt GlasArche 3 des Landschaftspflegeverbandes „Mittleres Elstertal“ e.V. Station in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn. Auf dem Gelände der ehemals größten DDR-Grenzübergangsstelle an der innerdeutschen Grenze zwischen Ostsee und Vogtland verweist die rund 5 Meter große gläserne Arche auf den tiefgreifenden Einschnitt, den die Grenze für Mensch und Naturraum in der Region darstellte.

Parallel zur Präsentation des herausragenden Kunstprojektes zeigt die Gedenkstätte in ihrem Wechselausstellungsbereich eine vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) sowie der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt (SUNK) gemeinsam gestaltete Ausstellung zum Grünen Band, dem größten existierenden Biotopverbund Deutschlands.

Mit der Präsentation der GlasArche und der Begleitausstellung an diesem bedeutenden ehemaligen Machtort des DDR-Grenzregimes möchte die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn zur Auseinandersetzung mit der jüngsten Diktaturvergangenheit, aber auch mit der heutigen ökologischen Bedeutung des einstigen „Todesstreifens“ anregen. Gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverbandes „Mittleres Elstertal“ e.V., dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) sowie der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt (SUNK) freuen wir uns darauf, Kunsterleben, Naturschutz und Vergangenheitserkundung zu verbinden. Der Eintritt ist frei.

Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn: Vortrag und Gespräch: Vom Idol zum „Verräter" - Leistungssportler der DDR im Kalten Krieg

Vortrag von Dr. Jutta Braun am 6. April 2018 um 17:00 Uhr zur politischen Indienstnahme des Leistungssportes in der DDR. Im Zeitzeugengespräch berichten die beiden ehemaligen DDR-Sportlerinnen Renate Vogel und Gesine Tettenborn über ihre persönlichen Erfahrungen.

Die Olympischen Winterspiele 2018 in der südkoreanischen Stadt Pyeongchang vor wenigen Wochen lenkten den Blick der Öffentlichkeit verstärkt auf die Teilung Koreas und das Verhältnis beider Staaten. Auch im geteilten Deutschland war der Leistungssport in besonderem Maß politisch aufgeladen. Aus Sicht der SED waren die DDR-Athleten „Diplomaten im Trainingsanzug“, deren Erfolge die Überlegenheit des Sozialismus demonstrieren und internationale Anerkennung einbringen sollten. Diesen Anspruch setzte die SED mit allen Mitteln durch. Sportlerinnen und Sportler wurden geheimpolizeilich überwacht und besonders auf Auslandsreisen streng kontrolliert. Wer sich dem Zugriff des Systems entzog, erfuhr Repressionen und wurde als „Verräter“ abgestempelt.

Anlässlich des Weltolympiatages am 6. April referiert die Sporthistorikerin Dr. Jutta Braun, Mitarbeiterin am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, um 17:00 Uhr in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn zur politischen Indienstnahme des Leistungssportes in der DDR. Im Zeitzeugengespräch berichten die beiden ehemaligen DDR-Sportlerinnen Renate Vogel und Gesine Tettenborn über ihre persönlichen Erfahrungen. Renate Vogel war Schwimmweltmeisterin und Olympiamedaillengewinnerin. Sie flüchtete 1979 aus der DDR. Gesine Tettenborn, geborene Walther, gehörte zu Beginn der 1980er Jahre als Sprinterin zu den international erfolgreichen DDR-Leichtathletinnen. Ein gescheiterter Fluchtversuch des Bruders beendete ihre sportliche Karriere. Im Jahr 2010 ließ sie sich auf eigenen Wunsch aus den Rekordlisten streichen, weil sie ihre sportlichen Höchstleistungen mit Hilfe von Dopingmitteln erreicht hatte.

Die Veranstaltung findet in Kooperation der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn mit dem Verein ZeitZonen e. V. und dem Institut für Geschichtswissenschaft/Abteilung Geschichtsdidaktik der Technischen Universität Braunschweig statt.

Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn: Podiumsdiskussion Erinnerungslandschaft „Grünes Band“. Zur Verbindung von Gedenkkultur und Naturschutz

Wann: 22. März 2018, 17:00 Uhr - Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

Mit welcher Brachialität sich die Grenzsperranlagen bis 1989/1990 durch das geteilte Deutschland zogen, ist heute kaum noch zu erkennen. Am einstigen „Todesstreifen“ sind Naturräume entstanden, die sich als Biotopverbund „Grünes Band“ durch Deutschland und Europa erstrecken. In Sachsen-Anhalt soll die Entwicklung des Grünen Bandes vorangebracht werden. Ausgehend davon möchten wir uns mit der Frage beschäftigen, wie das Naturschutzprojekt mit der geschichtlichen Erinnerung an die innerdeutsche Grenze, das DDR-Grenzregime und dessen Folgen verbunden werden kann.

Auf dem Podium diskutieren:

- Prof. Dr. Claudia Dalbert, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

- Birgit Neumann-Becker, Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

- Georg Baumert, pädagogischer Mitarbeiter im Grenzlandmuseum Eichsfeld e. V.

- Dieter Leupold, BUND Sachsen-Anhalt e.V., Projektleiter Grünes Band Sachsen-Anhalt

-  Maik Reichel, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung

Moderation: Christoph Richter, Landeskorrespondent des Deutschlandradios in Sachsen-Anhalt

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Landeszentrale für politische Bildung statt. Sie ist Bestandteil des Begleitprogramms zur Wechselausstellung „GlasArche am Grünen Band“, die bis zum 15. April 2018 in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn zu sehen ist.

Der Eintritt ist frei.

Vortrag und Gespräch: „Schwarzhörer, Schwarzseher und heimliche Leser. Die DDR und die Westmedien“, Donnerstag, 22. Februar 2018, 17:00 Uhr

Vortrag und Diskussion mit Dr. Franziska Kuschel (Potsdam)

Westradio und Westfernsehen waren ein Tabu in der DDR. Die SED versuchte, den Konsum westlicher Medien zu verbieten, zu kontrollieren und einzuschränken. Trotz aller Maßnahmen wurden täglich zwischen Ostsee und Thüringer Wald Rundfunk- und Fernsehprogramme sowie Publikationen aus dem Westen genutzt. Das eigensinnige Unterlaufen des Wahrheits- und Meinungsmonopol der SED besaß emanzipatorische Wirkung und trug zu den gesellschaftlichen Veränderungsprozessen in der DDR bei.

In ihrem Vortrag „Schwarzhörer, Schwarzseher und heimliche Leser. Die DDR und die Westmedien“ thematisiert Dr. Franziska Kuschel, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Zeithistorische Forschung  Potsdam, am Donnerstag, dem 22. Februar 2018, um 17:00 Uhr in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn das Verhältnis zwischen staatlicher Kontrolle des westlichen Medienkonsums in der DDR und dessen alltäglicher Nutzung. Dabei geht sie auch auf die besonderen Bedingungen im grenznahen Raum ein. Anschließend können die Besucherinnen und Besuchern über ihre individuellen Erfahrungen ins Gespräch kommen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch, der Eintritt ist frei.

 

 

„Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ – Posterausstellung noch bis zum 22.01.2018 zu sehen

Der Kommunismus in seinem Zeitalter

Im Jahr 2017 jährte sich die Oktoberrevolution zum 100. Mal. Aus diesem Anlass ist in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn ab Montag, dem 11. Dezember 2017, die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ zu sehen. Auf 25 Tafeln mit über 200 zeithistorischen Fotos, Dokumenten sowie QR-Codes, die mit Filmdokumenten im Internet verlinkt sind, beschreibt die Ausstellung den Aufstieg und Niedergang der kommunistischen Bewegungen. Diese waren im 20. Jahrhundert dazu angetreten, nicht nur die Welt, sondern auch die Menschen grundlegend zu verändern. Ihr totalitärer Anspruch mobilisierte rund um den Globus Millionen und entwickelte sich zum Albtraum von Abermillionen, die Opfer kommunistischer Gewaltregime wurden.
„Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ ist eine Posterausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Deutschen Historischen Museums Berlin. Ihr Autor ist der Frankfurter Historiker Gerd Koenen. Bis zum 22. Januar 2018 lädt die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn zur Auseinandersetzung mit dem Kommunismus und seinen Diktaturen ein. Die Ausstellung ist täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Fotoausstellung Berlin – Transit – Marienborn bis zum 22. Dezember 2017 im Landtag von Sachsen-Anhalt. Die Ausstellung ist Montag bis Freitag von 08:00 bis 18:00 geöffnet, der Eintritt ist kostenfrei.

Nikolaus Becker

Landtag von Sachsen-Anhalt, Domplatz 6, 39104 Magdeburg

Am Donnerstag, dem 9. November 2017, wird um 15:30 Uhr im Landtag von Sachsen-Anhalt die Fotoausstellung Berlin – Transit – Marienborn des Berliner Fotografen Nikolaus Becker eröffnet. Die 20 Bilder zeigen aktuelle Perspektiven auf eine deutsch-deutsche Reisestrecke und die historisch bedeutsame DDR-Grenzübergangsstelle Marienborn. Nach der Begrüßung durch Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch wird Dr. Susan Baumgartl, Leiterin der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn, in die Ausstellung einführen. Anschließend sprechen Gabriele Brakebusch, Dr. Kai Langer, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt sowie Nikolaus Becker über die Bedeutung von Mauerfall und Grenzöffnung für die vereinte Gesellschaft, die Politik und für die historisch-politische Bildungsarbeit.

Die Ausstellung Berlin – Transit – Marienborn ist anlässlich des 20. Jubiläums der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn im vergangenen Jahr entstanden. Zum 28. Jahrestag der historischen Grenzöffnung vom 9. November 1989 wird Berlin – Transit – Marienborn nun bis zum 22. Dezember 2017 im Landtag von Sachsen-Anhalt gezeigt. Die Ausstellung ist Montag bis Freitag von 08:00 bis 18:00 geöffnet, der Eintritt ist kostenfrei.

Wanderausstellung „Wechselseitig. Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989“

Gedenkstätte Marienborn

6.9. – 24.11.2017

Wanderausstellung

Die Ausstellung erzählt erstmals die kaum bekannten Geschichten von Menschen, die aus der Bundesrepublik in die DDR übersiedelten. Die meisten der etwa 500.000 Personen kehrten zurück zu ihren Familien und Freunden, hatten sich verliebt, flohen vor Strafverfolgung oder suchten Arbeit und ein besseres Leben oder einen persönlichen Neuanfang: Migration als Normalfall der Geschichte. Nur eine Minderheit ging diesen Weg aus politischer Überzeugung. Erst der Kalte Krieg mit seiner Systemkonkurrenz zwischen Ost und West macht diese Migrationsgeschichten besonders. Das Spektrum der mehr als 20 dargestellten Lebensgeschichten reicht von einem erfüllten und zufriedenen Leben in der DDR über Bespitzelung im Alltag bis hin zu Haft, Flucht und Tod. Die Sonderausstellung zeigt Fotos, Dokumente, persönliche Erinnerungsstücke und filmische Zeitzeugeninterviews, die durch historische Film- und Rundfunkaufnahmen ergänzt werden. Die Porträts geben der deutsch-deutschen Rück- und Zuwanderung in die DDR ein Gesicht. Dabei werden auch übergreifende Themen der Ost-West-Migration erläutert: die Aufnahmeheime, die Erfahrungen der Übersiedler in der DDR, die Rolle der Stasi, die deutsch-deutschen Propagandaschlachten und die Auslandsspionage der DDR. 


Der Eintritt ist frei.

Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober 2017 - 25. Ökumenischer Bittgottesdienst und Fest der Begegnung

Bittgottesdienst zum 3. Oktober

Am Dienstag, dem 3. Oktober 2017 findet das jährliche Fest der Begegnung zum Tag der Deutschen Einheit statt. Traditionell beginnt dar Tag mit dem Ökumenischen Bittgottesdienst, der in diesem Jahr bereits zum 25. Mal organisiert wird und unter dem Titel „25 Jahre Erinnern – Danken – Gestalten“ steht. Neben zahlreichen geführten Rundgängen bietet das Fest der Begegnung ganztägig Informationen zu Vergangenheit und Aufarbeitung der deutschen Teilungsgeschichte sowie zahlreiche Gelegenheiten für Begegnung und Gespräche bei Musik und Gastronomie. Programm zum Tag der Deutschen Einheit:

Der Eintritt ist frei.

19.09. 2017, 17:00 Uhr Vortrag und Zeitzeugengespräch „Zwischen Feierkonkurrenz und Hauptstadtwahn – Die 750-Jahr-Feiern in Ost- und West-Berlin 1987“

Das Jahr 1987 war reich an Höhepunkten: Erich Honecker besuchte die Bundesrepublik, Ronald Reagan forderte die Öffnung des Brandenburger Tors und Berlin feierte sein 750. Stadtjubiläum. Letzteres wurde gleich doppelt begangen: sowohl im Ost- als auch im Westteil der Stadt. Trotz zahlreicher Versuche, Gemeinsamkeiten zu entwickeln, zeigte die Feierkonkurrenz in aller Deutlichkeit die harsche Trennung zwischen den beiden Hälften der Metropole. Während West-Berlin ein klassisches Stadtfest veranstaltete, geriet das ostdeutsche Pendant zu einem Staatsfest, das Auswirkungen auf die gesamte DDR hatte. Angesichts verfallender Innenstädte und stetiger Versorgungsengpässe erschien die herausgeputzte Hauptstadt vielen Ostdeutschen als inszenierter Größenwahn. Der Unmut über die politischen Verhältnisse wuchs – nur zwei Jahre später begann die Revolution. Vortrag und Gespräch beleuchten Hintergründe und Folgen der spannungsreichen Ereignisse – im Hinblick auf die innerdeutschen Beziehungen und die innenpolitische Situation in der DDR.

Vortrag: Dr. Jens Schöne, Historiker und Publizist

Gespräch: Eberhard Diepgen, Regierender Bürgermeister von Berlin a. D., Dr.-Ing. Willi Polte, Alt-Oberbürgermeister von Magdeburg 1990-2001

Moderation: Dr. Jens Schöne

Der Eintritt ist frei.

 

Tag des offenen Denkmals am 10. September 2017 unter dem Motto „Macht und Pracht“

Öffentliche Rundgänge in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn finden um 10:30, 12:30 Uhr sowie der reguläre Termin um 14:30 Uhr statt.

Um 14 Uhr bieten wir zudem eine Spezialführung mit Tobias Breer vom Landesdenkmalamt an. Gemäß dem diesjährigen Motto „Macht und Pracht“ wendet sich die Spezialführung der Entstehungszeit der Grenzübergangsstelle Marienborn Anfang der 1970er Jahre zu und beleuchtet das Verhältnis von Architektur und ihren Errichtern.

Unter dem Titel „Funktional – repressiv – repräsentativ? Die Architektur der GÜSt Marienborn“ wird Tobias Breer, Gebietsreferent Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege des Landesamts für Archäologie und Denkmalpflege Sachsen-Anhalt, interessierte Besucherinnen und Besucher durch die Gedenkstätte führen.

Der Eintritt ist frei. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Am Grenzdenkmal Hötensleben finden um 11 Uhr und um 15 Uhr Öffentliche Rundgänge statt.

Vorstellung der Ergebnisse des Forschungsprojektes „Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze 1949-1989“, 17.08.2017, 17:00 Uhr

Nachdem viele Jahre unklar blieb, wie hoch die Zahl der Opfer an der inner­deutschen Grenze tatsächlich ist und welche Schicksale sich mit diesem Kapitel der jüngsten deutschen Geschichte verbinden, liegt nun das biographische Handbuch des Forschungsverbunds SED-Staat der Freien Universität Berlin vor, das Aufschluss über diese Fragen gibt.

Das Forschungsprojekt wurde in den Jahren 2012 - 2017 durchgeführt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gemeinsam mit den Bundesländern Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.

Am Donnerstag, dem 17. August 2017, werden um 17:00 Uhr anlässlich des diesjährigen Jahrestages des Berliner Mauerbaus 1961 die Forschungsergebnisse in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn vorgestellt.

Das ehemalige Grenzgebiet im Bezirk Magdeburg und besonders die DDR-Grenzübergangsstelle Marienborn an der Autobahn 2 zwischen Berlin und Han­nover gehören zu den historischen Schauplätzen gescheiterter Fluchtversuche und anderer Todesfälle, die in der Publikation „Die Todesopfer des DDR-Grenz­regimes an der innerdeutschen Grenze 1949-1989“ dokumentiert sind.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt mit der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt. Hier die Einladung.

Fotoausstellung „Vergangenheit bewältigen – 4 ehemalige Heimkinder aus drei Jahrzehnten und das gemeinsame Hobby Fotografie zur Aufarbeitung“ vom 13.07.2017 bis zum 27.08.2017

Besucher in der Ausstellung

In Spezialkinderheimen für Schwererziehbare, Durchgangsheimen und Jugendwerkhöfen erfuhren etwa 135.000 Kinder und Jugendliche in der DDR Leid und Unrecht. Einweisungsgründe, Lebensbedingungen und Erziehungsmethoden waren Teil staatlicher Repression und vermeintlicher Umerziehungsmethoden. Einzelarrest, Demütigungen, körperliche Gewalt standen häufig auf der Tagesordnung.

Mit Fotografien dokumentieren vier ehemalige DDR-Heimkinder - Brigitte Matthias, Thomas Senft sowie Nicole und Thomas Ehms – die Realität der DDR-Heimerziehung und verarbeiten ihre Erlebnisse. Die berührenden Bilder sind Zeugnisse einer verlorenen Kindheit und Jugend. Sie rücken ein sensibles Thema in den Fokus der Aufarbeitung.

Bitte informieren Sie sich auch auf der Internetseite www.heimkinder-der-ddr.de.

Der Eintritt ist frei.

Gedenkveranstaltung zum 65. Jahrestag des Ausbaus des DDR-Grenzregimes und des Beginns der Zwangsaussiedlungen aus dem Sperrgebiet am 26.05.17, 15:00 Uhr

Blumenkranz von der Gedenkveranstaltung im letzten Jahr
Blumenkranz von der Gedenkveranstaltung im letzten Jahr

Die DDR riegelte ab Mai 1952 ihre Westgrenze ab und baute sie in den Folgejahren zu einem nahezu unüberwindlichen Sperrsystem aus. Bis 1961 wurden etwa 12.000 Menschen aus dem Sperrgebiet an der innerdeutschen Grenze in das Landesinnere zwangsausgesiedelt. Die Gedenkveranstaltung erinnert an jene Menschen, die durch das Grenzregime der DDR ihre Heimat verloren, Leid und Unrecht erfuhren oder getötet wurden.

Grußworte: Bernd Busemann, Landtagspräsident von Niedersachsen und Gabriele Brakebusch, Landtagspräsidentin von Sachsen-Anhalt

Gedenkrede: Birgit Neumann-Becker, Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Veranstalter: Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn, in Kooperation mit dem des Grenzdenkmalvereins Hötensleben e.V. und dem Verein Grenzenlos – Wege zum Nachbarn e.V. Helmstedt

 

Ort:        Grenzdenkmal Hötensleben

   Schöninger Straße, Hötensleben

 

 

 

22.5.-30.6.2017 Kunstausstellung „Operation Grenze Marienborn“ der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in Kooperation mit der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

Zwanzig Künstlerinnen und Künstler aus dem Umfeld der Leipziger Kunsthochschule widmen sich dem Thema und Ort der Ausstellung mit künstlerischen Medien und Methoden aller Disziplinen wie Skulptur, Performance, Fotografie, Video, räumliche Setzungen, Installationen, Interventionen, textbasierten Arbeiten, Malerei und Zeichnung.

Eröffnung und Vernissage zum Internationalen Museumstag, am Sonntag, dem 21. Mai 2017

Finissage der Kunstausstellung  zum 17. Jahrestag der Schließung der DDR-Grenzübergangsstelle Marienborn am 30.6.2017

 

Vortragsveranstaltung: Halbstarke in der DDR und Bundesrepublik am 20. April 2017, 17 Uhr

Elektrons
Die Elektrons

Im Nachkriegsdeutschland der 1950er Jahre galten die „Halbstarken“ als erste aus den USA stammende Jugendsubkultur, die für junge Menschen in beiden deutschen Staaten eine große Anziehungskraft entfaltete. Junge Filmdarsteller wie James Dean und Marlon Brando sowie die populären Rock‘n‘Roll-Musiker Elvis Presley und Bill Haley avancierten zu Idolen, an deren Kleidung und Habitus sich Jugendliche orientierten – in Abgrenzung zur vorherrschenden Jugendkultur. Die SED sah darin jedoch eine „amerikanische Unkultur“, in der sie ein „Störfeuer des Klassenfeindes“ ausmachte. Die „Halbstarken“, in der DDR „Rowdys“ genannt, wurden kriminalisiert und von Volkspolizei und Staatssicherheit verfolgt.

Die Historikerin Dr. Wiebke Janssen, Leiterin des Dokumentationszentrums am Moritzplatz des Bürgerkomitees Magdeburg e. V., berichtet über die Besonderheiten dieser popkulturellen Phänomene in Ost und West sowie über die Bestrebungen der DDR-Führung, dem westlichen Einfluss eine eigene Jugendkultur entgegen zu setzen.

Im Anschluss an den Vortrag findet ein moderiertes Gespräch mit der Wissenschaftlerin und dem Zeitzeugen Erich Lessny statt. Der ehemalige Lehrer und Musiker entdeckte Mitte der 1950er Jahre Elvis Presley für sich. Er schildert die Gratwanderung zwischen musikalischen Vorlieben und staatlichen Vorgaben, die nicht im Verhältnis 60:40 zu bewerkstelligen war.

Die Veranstaltung  ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn und dem Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Magdeburg.

Ort:         Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

                An der BAB2
                39365 Marienborn

 

 

 

10.03.2017 - Eröffnung der neuen Wechselausstellung „Der Schuss, der nie fiel" von Klaus M. Frieling

Eröffnung Wechselausstellung
Besucher sehen sich erstmals die Fotodokumentation an.

Am Freitagnachmittag haben wir eine neue Sonderausstellung eröffnet. „Der Schuss, der nie fiel“ ist eine fotografische Dokumentation von Klaus M. Frieling aus der Zeit vom Ende des Kalten Krieges.
Nach der Begrüßung durch Gedenkstättenleiterin Dr. Susan Baumgartl, stellte Frieling die Schau vor. Anschließend nutzen unsere Gäste die Gelegenheit für angeregte Gespräche bei einem kleinen Snack. Wir freuen uns besonders, dass wir zu der Veranstaltung Gabriele Brakebusch, Präsidentin des Landtages von Sachsen-Anhalt, bei uns begrüßen konnten.