Veranstaltungsausblick

Wechselausstellung „Mauern-Gitter-Stacheldraht". Politische Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR vom 14. August - 24. September 2018 täglich von 10:00 Uhr - 17:00 Uhr

Die Repressionen in SBZ und DDR zwischen 1945 und 1990 waren vielseitig. Kritik und Widerspruch wertete das Regime als Angriff gegen die herrschende Partei und die sowjetische Besatzungsmacht. Zu Leidtragenden wurden meist junge Menschen, die wegen ihrer Einstellung oder Lebensweise in Konflikt mit dem Staat gerieten. Die Ausstellung „Mauern-Gitter-Stacheldraht. Politische Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR“ gibt ihnen ein Gesicht. Sie erzählt von den Schicksalen deportierter Frauen und Mädchen, von Internierten in deutschen und osteuropäischen „Speziallagern". Weiterhin wird von politischen Häftlingen in DDR-Zuchthäusern, von an der innerdeutschen Grenze Zwangsausgesiedelten und von den durch die DDR-Staatssicherheit Verfolgten und Inhaftierten berichtet.

Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn zeigt vom 14. August bis zum 24. September 2018 die Wanderausstellung der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V.(UOKG e.V.), deren Erarbeitung mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert wurde, in ihrem Wechselausstellungsbereich. Die Eröffnung von „Mauern-Gitter-Stacheldraht. Politische Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR“ findet aus Anlass des 57. Jahrestages des Baus der Berliner Mauer am Montag, dem 13. August 2018, um 17:00 Uhr statt. Einer der ehemaligen Häftlinge, Alexander W. Bauersfeld (Hannover), führt dabei in die Ausstellung ein.

Die Präsentation der Ausstellung erfolgt in Kooperation der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn mit der UOKG e.V. Der Eintritt ist frei. 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ausstellungseröffnung und Matinee „Gino Kuhn – Die Farben von Freiheit und Unfreiheit “ vom 17. Juni bis 5. August 2018

Plakat: Gedenkstätte Marienborn

Zeit:     17. Juni 2018 - 5. August 2018

Ort:      Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

Gino Kuhn, geboren 1955 in Walldürn (Baden-Württemberg), ist Hochbauzeichner und Künstler. Nach Schule, Berufsfachschule und einer Ausbildung zum Fernmeldehandwerker zog er 1975 nach West-Berlin. Durch den Alltag an und mit der Berliner Mauer direkt mit der deutschen Teilung konfrontiert, nahm Gino Kuhn Kontakt zu einer Fluchthelferorganisation auf. Für diese war er als Kurier tätig und half ausreisewilligen DDR-Bürgern bei der Fluchtvorbereitung.

Am 23. Oktober 1975 machte Kuhn selbst seine erste Fahrt als Fluchthelfer. Durch Verrat wurden er und die drei im Kofferraum versteckten Personen am Grenzübergang Wartha - Herleshausen verhaftet. Nach der Untersuchungshaft in Cottbus und Berlin-Hohenschönhausen verurteilte ihn das Bezirksgericht Cottbus im April 1976 wegen „Staatsfeindlichen Menschenhandels” zu sechs Jahren Haft. Nach dem er knapp zwei Jahren im Gefängnis Berlin-Rummelsburg inhaftiert war, wurde Gino Kuhn von der Bundesrepublik freigekauft und Anfang 1978 aus der Haft entlassen. Im Jahr 1992 rehabilitierte ihn das Bezirksgericht Cottbus voll.

In Bildern und Zeichnungen, die bereits in mehreren Ausstellungen gezeigt wurden, verarbeitet Gino Kuhn seine Hafterlebnisse. „Meine Gemälde und Zeichnungen sollen ein Mahnmal sein und widerspiegeln, welchen entwürdigenden Haftbedingungen wir ausgesetzt waren“. Mit seinen Ausstellungen möchte Gino Kuhn ein Beitrag zur Aufklärung leisten und zum gegenseitigen Respekt und zur Toleranz aufrufen, getragen von der Hoffnung, „dass so etwas allen Menschen dieser Welt erspart bleibt.”

Nach einer Einführung in die Ausstellung und einem Künstlergespräch mit Gino Kuhn laden wir Sie zu einem kleinen Empfang ein. Die Veranstaltung wird durch den Musiker und ehemaligen politischen Häftling Detlef Jablonski (Gitarre und Gesang) musikalisch begleitet.

Die Ausstellungseröffnung mit Matinee findet am 17. Juni 2018 aus Anlass des 65. Jahrestages des Volksaufstandes in der DDR im Jahr 1953 statt. Der Eintritt ist frei.

„Gino Kuhn – Die Farben von Freiheit und Unfreiheit “ wird vom 17. Juni bis zum 5. August 2018 in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn gezeigt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!